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KI-Agenten Wissensmanagement: wie Entscheidungen zwischen Sitzungen überleben

Jede neue Sitzung eines Agenten beginnt ohne Erinnerung. Wie wir dafür sorgen, dass wichtige Entscheidungen trotzdem gelten.

Lennard Finsterbusch
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Ein KI-Agent beginnt jede Sitzung ohne Erinnerung. Was gestern beschlossen wurde, weiß er heute nur, wenn es irgendwo steht, wo er es findet. Für KI-Agenten Wissensmanagement heißt das: Wir müssen entscheiden, welche Fakten verbindlich sind und welche nur für einen Rechner gelten, und wir müssen sie so ablegen, dass der nächste Agent sie liest, bevor er etwas falsch macht.

Zwei Ablagen mit einer Prüffrage

Wir trennen verbindliche Beschlüsse von Notizen. Die Prüffrage lautet: Könnte ein anderer Agent falsch handeln, ohne diesen Fakt zu kennen? Lautet die Antwort ja, ist es ein Beschluss. Andernfalls ist es eine Notiz.

Ein Beschluss ist zum Beispiel die Regel, dass Merges nach dem Zustand der Prüfungen entschieden werden. Eine Notiz ist zum Beispiel, in welchem Tresor ein bestimmtes Passwort liegt oder was auf einem Rechner zuletzt kaputt war. Beschlüsse gelten für jeden Agenten und jeden Rechner. Notizen gelten nur dort, wo sie stehen.

Wie ein Beschluss zum Agenten kommt

Beschlüsse liegen als Textdateien in einem eigenen Git-Repository, das mit GitHub abgeglichen wird. Beim Start jeder Sitzung zieht ein Skript im Hintergrund den neuesten Stand und legt dem Agenten die Beschlüsse vor, die für sein Repository gelten. Es zeigt auch, welche anderen Sitzungen gerade im selben Arbeitsordner laufen, damit zwei Agenten nicht unbemerkt dieselbe Stelle ändern.

Neue Beschlüsse schreibt ein Mensch mit einem Befehl, und das System prüft dabei lokal, ob der neue Beschluss einem bestehenden widerspricht. Am Ende jeder Sitzung liest ein lokales Sprachmodell auf eigener Hardware das Protokoll und schlägt Kandidaten vor. Diese Kandidaten liegen in einem Wartebereich und gelten erst, wenn ein Mensch sie bestätigt. Einmal pro Woche läuft ein Bericht, der veraltete Beschlüsse anzeigt, aber nichts von selbst löscht.

Wo es schiefging

Ein zweiter Agent liest die Beschlüsse nur, er schreibt nie hinein. Er arbeitet mit einer Kopie des Repositorys auf seinem eigenen Rechner. Eine ungesicherte Änderung in dieser Kopie blockierte das Aktualisieren, und der Agent lief 16 Tage lang 123 Änderungen hinter dem aktuellen Stand her. Seitdem schreibt keine Sitzung in diese Kopie, und eine Prüfung schlägt an, wenn dort etwas verändert wird.

Wissen, das sich nachschlagen lässt

Nicht alles ist ein Beschluss. Betriebsanleitungen liegen als Markdown-Dateien im Repository und sind in einer Wissensbasis durchsuchbar. Bevor ein Agent an Infrastruktur oder Framework arbeitet, fragt er dort nach und liest die Antwort samt Quelle, statt aus dem Gedächtnis zu raten.

Was das für Ihr Unternehmen heißt

Auch ohne KI-Agenten kennen Sie das Problem: Eine Entscheidung fiel in einer Besprechung und steht nirgends. Ein Agent handelt, ohne nachzufragen. Für ihn muss die Regel im Zugriff stehen, nicht im Kopf einer Kollegin. Wie wir in Projekten damit umgehen, beschreibt die Seite Arbeitsweise. Wie wir die Agenten dabei an Regeln binden, lesen Sie im Beitrag Wie wir KI-Agenten Code schreiben lassen, ohne die Kontrolle abzugeben. Für Ihren Betrieb klären wir das im Erstgespräch.